3 Deutsche Telekom AG


Deutsche Telekom AG

I
Deutsche Telekom AG
 
[»Telekom« steht für »Telekommunikation«], größtes deutsches Telekommunikationsunternehmen, das einer der drei Nachfolger der 1989 aufgelösten Deutschen Bundespost ist.
 
Die Deutsche Telekom arbeitet in den vier Kerngeschäftsfeldern Festnetzangebote, Mobilfunk, Internet und Systemlösungen:
 
- Im Festnetzbereich betreibt der Teilbereich T-Com Kupfer- und Glasfaserkabelnetze, über welche sowohl klassische Telefonverbindungen (Telefonanbieter) als auch Datenfernübertragung (DFÜ) abgewickelt werden. Diese Sparte hatte 2001 rund 41 Millionen Privatkunden und 350 000 mittelständische Geschäftskunden. Insgesamt betreut die Deutsche Telekom in Europa über 50 Millionen Festnetzanschlüsse und in Deutschland mehr als 19 Millionen ISDN-Kanäle (ISDN). Das vollständig digitalisierte »T-Net« in Deutschland ist verknüpft mit einem internationalen »T-GlobeNet«. Dies soll in Zukunft etwa 150 000 Kilometer lang sein und rund 90 Standorte in 40 Ländern per Glasfaser verbinden. Zunächst zögerlich, aber seit Ende des Jahres 2000 zunehmend schneller hat sich T-Com auch der Breitbandinternetanbindung per ADSL angenommen. Die Zahl der T-DSL-Anschlüsse stieg von 200 000 am 30.9. 2000 auf 1,4 Millionen am 30.9. 2001, wodurch Deutschland die meisten Breitbandanschlüsse in Europa aufwies. Das bis vor kurzem noch größte Kabel-TV-Netz Deutschlands hat die Telekom im Gegensatz zur sonstigen Expansion bis zum Jahr 2001 weitgehend verkauft.
 
- Die Mobilfunkaktivitäten sind seit 2000 in der T-Mobile International konzentriert. Durch Beteiligungen vor allem in den USA (VoiceStream und Powertel) und verschiedenen europäischen Ländern ist T-Mobile größter Mobilfunkanbieter mit der Technik GSM weltweit (Mobilfunk). Die deutsche T-Mobile-Tochter, T-Mobil, betreut über 22 Millionen Kunden im D1-Netz.
 
- Die Internettochter T-Online ist größter deutscher Internet-Provider und bietet neben Internetzugängen eine Vielzahl weiterer Online-Dienste sowie ein eigenes Portal mit verschiedenen Angeboten und Inhalten (engl. content). Die Zugangs-Software von T-Online enthält das am weitesten verbreitete Online-Banking-Programm Deutschlands (Electronic Banking).
 
- In der Sparte Systemlösungen entwickelt die Tochtergesellschaft T-Systems International integrierte Lösungen an der Schnittstelle zwischen Telekommunikation und Informationstechnologie sowie im Bereich Telematik. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der debis Systemhaus (an der die Deutsche Telekom eine Mehrheitsbeteiligung von 50,1 Prozent hält). T-Systems ist damit gleichzeitig auch einer der größten E-Commerce-Anbieter in Europa.
 
Die Privatisierung und Liberalisierung des Telefonmarkts haben den ehemaligen Monopolisten und Staatsbetrieb in ein völlig verändertes Umfeld gestellt, ihm aber einen komfortablen Startvorsprung vor der Konkurrenz gelassen. Noch Ende der 1980er-Jahre musste jeder Kunde in Deutschland nicht nur seinen Telefon- oder Datenleitungsanschluss bei der damaligen Bundespost beantragen, sondern musste von ihr auch das Endgerät beziehen und installieren lassen. 1989 wurde zunächst mit der Einführung der TAE-Stecker (Stecker) die Selbstinstallation eines Telefons möglich und damit der Markt für Endgeräte freigegeben. Zum Jahreswechsel 1996/97 wurde das Fernmeldemonopol gegenüber Großkunden aufgehoben, d. h., diese konnten ihre Telekommunikation nun auch über andere Anbieter abwickeln; am 1. 1. 1998 war dies für jedermann möglich. Seitdem gab es ständige Auseinandersetzungen zwischen der Telekom, ihren neuen Konkurrenten und der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) um angebliche oder tatsächliche Behinderung der Wettbewerber durch die Telekom. Der Hauptvorwurf an das Unternehmen bestand und besteht darin, dass es sein Quasimonopol im Leitungsnetz, vor allem im örtlichen Bereich (»letzte Meile«), ausnutzt um Wettbewerber zu verdrängen. Trotz der ungleichen Startbedingungen führte die Liberalisierung zu erheblichen Preissenkungen vor allem bei Fern- und Auslandsgesprächen im Festnetz. Allerdings konnten nicht alle neuen Wettbewerber bei dem z. T. ruinösen Preiskrieg mithalten. Die erfolgreichen Telefonanbieter konnten ihre Kunden vor allem im Verfahren Call-by-Call gewinnen, also durch die Auswahl eines Anbieters durch eine spezielle »Vorwahl vor der Vorwahl«. Preselect, d. h. die vertragliche Bindung an ein bestimmtes Telefonunternehmen, wird dagegen immer noch vor allem von Telekom-Kunden praktiziert.
 
Die derzeitige wirtschaftliche Situation der Deutschen Telekom wird einerseits vom fortgesetzten internationalen Expansionskurs und stark wachsenden Kundenzuwächsen im Online-Bereich geprägt, andererseits durch den Wertverlust der T-Aktie im Rahmen der allgemeinen Ernüchterung am Neuen Markt (nach einem langen Höhenflug lag der Aktienkurs im Herbst 2001 schließlich unter dem Ausgangskurs). Mit zur Wertminderung der Aktien dürfte die Skepsis der Anleger beigetragen haben, ob die extrem hohen Preise für die UMTS-Lizenzen (UMTS) in Deutschland durch die in den nächsten Jahren zu erwartenden Einnahmen gedeckt werden können.
II
Deutsche Telekom AG,
 
Kurzbezeichnung Telekom, im Zuge der Umstrukturierung des Post- und Fernmeldewesens (Postreform) 1989 aus der Deutschen Bundespost unter der Bezeichnung Deutsche Bundespost Telekom hervorgegangenes Unternehmen für Telekommunikation, seit 1. 1. 1995 AG mit dem jetzigen Namen; Sitz: Bonn.
 
Die Deutsche Telekom AG entwickelt und betreibt die technischen Netze (ISDN, Breitbandkabel u. a.), die für den Betrieb von Informations- und Kommunikationsdiensten wie Mobilfunk, Funkruf, Datenfunk, Satellitenkommunikation, Kabelfernsehen, Multimedia (z. B. den Onlinedienst T-Online) und Mehrwertdienste erforderlich sind. Mit der Umstrukturierung der Deutschen Telekom AG von einer technisch orientierten Fernmeldeverwaltung im Monopol zu einem international agierenden Konzern im Wettbewerb (das letzte Monopol fiel zum 1. 1. 1998) wurden die früheren Fernmeldeämter in Geschäftskunden-, Privatkunden- und Netzeniederlassungen umgewandelt. Ihre Aktivitäten hat die Deutsche Telekom AG in zahlreiche Beteiligungsgesellschaften wie T-Mobile Deutschland GmbH, International AG, T-Online International AG, DeTeCardservice, DeTeCSM, DETECON, DeTeMedien u. a. ausgegliedert. Durch internationale Beteiligungen und Jointventures ist die Deutsche Telekom AG in über 65 Ländern vertreten.
 
Seit November 1996 ist die Telekomaktie an der Börse notiert und in den DAX aufgenommen. Der Anteil des Staates wurde auf 74 % reduziert. Im Mai 1999 vereinbarten die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Post AG eine gegenseitige Übertragung von Unternehmensaktivitäten auf den Gebieten Informationstechnologie, Netzbetrieb, Logistik und Druckdienstleistungen. Im Juni 1999 fand ein weiterer Börsengang statt, durch den die Telekomaktie zum stärksten Wert des DAX wurde. Der Börsengang der T-Online International AG erfolgte im April 2000.

Universal-Lexikon. 2012.

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